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Auf die eigene Atmung hören

08.08.2018 CJD Berchtesgaden – Gesundheit – Bildung - Beruf « zur Übersicht

Asthmatiker müssen lernen, mit ihrer chronischen Krankheit richtig umzugehen. Junge Asthmatiker können das bei einem Asthma-Camp im oberbayerischen Berchtesgaden.

Auf die eigene Atmung hören Asthmatiker müssen lernen, mit ihrer chronischen Krankheit richtig umzugehen. Junge Asthmatiker können das bei einem Asthma-Camp im oberbayerischen Berchtesgaden. „Lungenfunktionsmessungen mache ich regelmäßig bei meinem Lungenarzt“, der 14-jährige Sebastian setzt eine Nasenklammer auf und pustet mit aller Kraft in ein Messgerät. Das Ergebnis erscheint auf einem Bildschirm: FEV1 3,2 Liter. „Das ist für mich normal“, sagt der Junge aus der Oberpfalz. Sporttherapeut Christian Kölbl bestätigt: „Der FEV1-Wert ist die Luftmenge, die Sebastian in einer Sekunde ausatmen kann. 3,2 Liter sind für ihn ganz in Ordnung“.
Christian Kölbl betreut den Jungen und die anderen Teilnehmer während des Asthma-Camps im CJD Berchtesgaden - Asthmazentrum, einer spezialisierten Einrichtung für asthmakranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sebastian, der seit Kleinkindalter Asthma hat, lernt dort, was er tun kann, um gefährliche Asthmaanfälle zu vermeiden. „Die heutigen Asthma-Medikamente sind sehr wirksam“, erklärt Dr. Gerd Schauerte, pädiatrischer Pneumologe und Allergologe in dem Berchtesgadener Zentrum. „Oft kommt es aber zu Fehlern bei der Anwendung.“ Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Asthmaschulung im Kindes- und Jugendalter e.V. weiß er, dass bei vielen Asthmapatienten die Medikamenteneinnahme mangelhaft ist. „Deshalb üben wir das in den Camps sehr intensiv“, so Dr. Schauerte. „Außerdem lernen Sebastian und die anderen Teilnehmer, wie sie im Alltag richtig mit ihrer Krankheit umgehen, wie sie Auslöser vermeiden können und was beim Sport zu beachten ist.“ Für Sebastian ist Sport ein wichtiges Thema. Er geht zweimal in der Woche zum Kung Fu-Training. Dabei hat er keine Beschwerden, beim Schulsport aber schon: „Bei Ausdauerbelastung bekomme ich Stechen in der Brust, verschleimten Husten und Atemnot.“ Deshalb nimmt er immer vorsorglich sein Asthmaspray. „Was man bei einem Notfall macht, habe ich bei dem Asthma-Camp in Berchtesgaden geübt, und auch, wie ich besser den Zustand meiner Lunge erkenne.“ Das hilft ihm im Alltag und auch beim Sport, Asthmaprobleme zu vermeiden. Besonders muss Sebastian auf Infekte achten und auf seine Allergien. Beides kann bei ihm Asthmaanfälle auslösen. Informationen zu dem Camp gibt es unter www.cjd-berchtesgaden.de oder unter Tel. 08652 6000-141.